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  1:1 Yoga und Coaching

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Wir verlassen jetzt mal den Ponyhof.

Anfang der 2000er war es noch ganz chic, beim Universum einen Parkplatz zu bestellen und darauf zu vertrauen, dass wir nur hoch genug schwingen müssen, damit das Leben uns liefert, was wir uns wünschen.

Aber wir sind inzwischen ein bisschen weiter.

Es ist Zeit für eine Spiritualität, die erwachsen geworden ist.

Eine Spiritualität, die die Komplexität des Lebens anerkennt. Die uns unsere Gestaltungskraft lässt und gleichzeitig anerkennt, dass nicht alles in unserer Hand liegt.

Wir gestalten unser Leben mit. Wir treffen Entscheidungen. Wir können uns ausrichten, wählen, handeln, wünschen, beten, manifestieren.

Und wir kontrollieren das Leben trotzdem nicht.

Das Leben wird uns Dinge vor die Füße werfen, die wir niemals bestellt haben.

Denn das Leben ist ein Sowohl-als-auch.

Es ist Schönheit und Schmerz. Ekstase und Trauer. Gestaltungskraft und Ohnmacht. Licht und Dunkelheit. Empfangen und Verlieren. Anfang und Ende.

Spirituelle Reife bedeutet, mehr vom Leben halten zu können.

Der Schönheit zu begegnen und dem Schmerz.
Die eigene Gestaltungskraft zu kennen und die Grenzen der eigenen Macht.
Das Leben zu feiern und ihm auch dort zu begegnen, wo es unbequem, ungerecht, schmerzhaft oder schlicht unbegreiflich ist.

Wir brauchen eine Spiritualität, die groß genug für das ganze Leben ist.

Eine Spiritualität, die uns nicht aus der Welt herausführt, sondern tiefer in sie hinein.

Welcome to the real world.

Welcome to Tantric Life.

Welche spirituelle Idee hast du irgendwann hinter dir gelassen? Schreib mir gern 🩷
Erde. Wasser. Feuer. Luft. Raum.

Alle fünf Elemente habe ich in den vergangenen Tagen genossen, gespürt und durchgeatmet.

In der tantrischen Elementelehre bilden sie die Welt, die uns umgibt, und zugleich unseren eigenen Körper. Wir tragen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum in uns. Ihre unterschiedlichen Qualitäten bewegen uns, nähren uns und prägen auch die Art, wie wir uns in dieser Welt verorten.

Und damit auch die Frage nach dem Zuhause.

Für manche Menschen ist Zuhause eng mit einem Ort verbunden. Mit vertrauten Räumen, einer Landschaft, einem Garten, einer Stadt, einem Stück Erde, zu dem sie immer wieder zurückkehren wollen.

Andere tragen mehr Bewegung in sich. Sie fühlen sich an vielen Orten wohl, ziehen weiter, entdecken, verändern sich und erleben Zugehörigkeit weniger geografisch.

Beides darf sein.

Ein Zuhause in uns selbst brauchen wir alle.

Einen inneren Ort, an den wir zurückkehren können; in unseren Körper, in unseren Atem, in unsere eigene Wahrnehmung. Einen Ort, an dem wir uns wiederfinden, wenn das Außen laut wird und das Leben uns durchschüttelt.

Die Elemente können uns dabei immer wieder erinnern: Wir sind Teil dieser lebendigen Welt. Wir stehen auf der Erde, bestehen aus Wasser, tragen Feuer in uns, werden vom Atem bewegt und leben im Raum.

Und von dort aus können wir hinausgehen, reisen, entdecken, zurückkehren und immer wieder neu herausfinden, wo wir uns zu Hause fühlen.

Wo fühlst du dich zu Hause?
Schreib es mir gerne in die Kommentare. 🌊
Ich habe einen Ohrwurm für dich direkt vom Meer: “The dog days are over.” (Florence + The Machine)

Die schweren Tage enden dort, wo wir unsere Aufmerksamkeit zurückholen; aus dem Kreisen, aus dem Warten auf das nächste Problem, aus einer Zukunft, die noch gar nicht stattgefunden hat.

Im Vijñāna Bhairava Tantra, Vers 74, findet sich eine wunderschöne tantrische Praxis:

"Wo immer der Geist Freude findet, lass deine Aufmerksamkeit dort verweilen. Genau dort kann sich das Wesen höchster Glückseligkeit offenbaren."

Das klingt einfach und trägt eine große Kraft in sich.

Ich bin seit ein paar Tagen an einem Ort, in dem fast jeder Millionär ist, Luxusmarken sich aneinander reihen und eine Yacht größer ist als die nächste.

Freude braucht keine Yacht und keine Gucci Bag. Sie ist an keine äußere Perfektion gebunden. Sie geschieht mitten in diesem Leben, auch wenn längst noch nicht alles geklärt und geordnet ist.

Wir begegnen ihr im Alltäglichen; in einem Kaffee am Morgen, im Wind auf der Haut, in einem Blick aufs Meer, in einer Begegnung, in einem Gespräch, in einer Umarmung, in Musik, in diesem einen Moment, in dem wir spüren, dass wir lebendig sind.

Das Schwierige darf existieren. Es bekommt nur nicht mehr unsere gesamte Aufmerksamkeit.

Wir können den Blick wieder dorthin wenden, wo das Leben längst auf uns wartet.

Und dort einen Moment verweilen.
Weil es bei „Receiving“ nicht um dieses Instagram-Spiritualitätsding geht von manifestiere und das Universum liefert, sondern um etwas viel Körperlicheres und Erwachseneres: Kann ich offen sein, ohne die Kontrolle über mich selbst abzugeben? Kann ich genießen, ohne besitzen zu müssen? Kann ich etwas empfangen, ohne daraus sofort eine Aufgabe zu machen?

Das ist Tantra.
🌹
Tja, da könnte ich jetzt schreiben "du musst im Leben krasse Hürden nehmen, Berge erklimmen, Täler durchschreiten, sisyphos-esk tausend Stufen immer wieder von vorne angehen...Denn das ist erstrebenswert. Du musst es dir erst erarbeiten. Du musst bluten. Du musst 150% geben und die beschissene Extrameile laufen"...

Oder! 

Du nimmst den Fahrstuhl. 
Lass das Leben geschehen. 
Lass das Leben in dich hineinströmen.
Hör auf dein Herz. 
Sieh die Schönheit.

Love actually. 

🩷🩷🩷
🌹
Kleiner Reminder: Es ist nicht easy, ein Mensch zu sein. Und trotzdem bewahrt sich die Tantrika das Staunen über die Welt. 

Bitte lass dir nicht einreden, dass immer alles schön sein muss und ein kompliziertes Leben der Beweis dafür ist, dass du irgendwo falsch abgebogen bist. Dass du nicht genug all in gegangen bist, mehr in dich hättest investieren müssen, mutiger, smarter, bewusster oder konsequenter hättest sein sollen.

Das Leben ist komplex. Es überrascht uns, fordert uns heraus, bringt Dinge durcheinander und konfrontiert uns mit Realitäten, die in keinem Visionboard vorgesehen waren.

Ein Tantric Life zu führen bedeutet für mich, inmitten dieser Wirklichkeit das Staunen über das Leben nicht zu verlieren; weiterhin Schönheit wahrzunehmen, eine Pflanze zu berühren, Licht auf einer Wand zu sehen, einen guten Kaffee zu trinken und für einen Augenblick ganz da zu sein.

Das Schwierige ist wahr. Die Schönheit auch.
Unser Atem bewegt sich den ganzen Tag, meist vollkommen unbemerkt. Er strömt ein, erreicht einen Wendepunkt, strömt wieder aus und kommt erneut für einen winzigen Augenblick zur Ruhe.

Genau diese kleinen Zwischenräume nimmt das Vijñāna Bhairava Tantra in den Blick. Ein weiteres Tor ins Gewahrsein.

Es geht dabei um die natürliche Pause, die entsteht, wenn die Einatmung vollendet ist und die Ausatmung noch nicht begonnen hat; ebenso um jenen Moment nach der Ausatmung, bevor der nächste Atemzug von selbst wieder einströmt.

Für einen Augenblick geschieht keine Atembewegung. Dieser Wendepunkt kann zu einem Raum des Gewahrseins werden, wenn wir mit unserer Aufmerksamkeit dort verweilen und die Stille wahrnehmen, die sich zwischen den beiden Bewegungen öffnet.

Im tantrischen Verständnis offenbart sich in diesem Zwischenraum Bhairava, Shiva als reines Bewusstsein. Das Gewahrsein entsteht dort nicht erst; in der kurzen Stille wird etwas erfahrbar, das von der fortwährenden Bewegung unseres Atems, unserer Gedanken und unserer Wahrnehmungen leicht überlagert wird.

Dafür muss der Atem nicht angehalten oder kontrolliert werden. Die Praxis liegt im Wahrnehmen dessen, was ohnehin geschieht; ein Atemzug endet, der nächste hat noch nicht begonnen, und für einen Augenblick bleiben wir genau dort.

Ein winziger Zwischenraum, der immer wieder da ist.

Mitten in unserem ganz gewöhnlichen Atem.
Shiva begegnet mir in meiner Praxis als dieser weite Raum des Gewahrseins, in dem Erfahrung stattfinden kann.

Gedanken ziehen durch diesen Raum, Gefühle verändern ihre Gestalt, der Körper reagiert, erinnert sich, spannt sich an und wird wieder weich; all das ist Bewegung und darf wahrgenommen werden. Der Raum selbst muss nichts davon festhalten.

Ich arbeite sehr gerne mit der Vorstellung, mich innerlich in dieses Gewahrsein zurückzulehnen. Was gerade schwierig, laut oder fordernd ist, darf darin seinen Platz haben; gleichzeitig kann sich meine Aufmerksamkeit wieder für die Weite öffnen, in der diese Erfahrung stattfindet.

Im nondualen Tantra steht Shiva für Bewusstsein, für jene leuchtende Gegenwärtigkeit, durch die wir erkennen und erfahren können. Shakti ist seine schöpferische Kraft, die sich als Bewegung, Empfindung, Gedanke, Körper und Welt immer wieder neu zum Ausdruck bringt.

Shiva und Shakti sind Ausdruck derselben Wirklichkeit; die Stille des Gewahrseins und die unaufhörliche Bewegung des Lebens gehören zusammen.

Darin liegt für mich etwas Trostspendendes: Die manchmal wilden  Bewegung darf da sein und dennoch bleibt die Stille unter all dem Lärm der Welt immer erfahrbar.
In zwei Wochen wird in Sachsen-Anhalt gewählt.

In der aktuellen Umfrage liegt die AfD bei 41 Prozent. Ihr Landesverband wurde vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft.

Wir sprechen also nicht über irgendeinen abstrakten Rechtsruck, sondern über die reale Möglichkeit, dass eine rechtsextreme Partei stärkste politische Kraft in einem deutschen Bundesland wird und Regierungsverantwortung übernimmt.

Und an dieser Stelle gibt es für mich keine spirituelle Neutralität.

Ein großes Ja zur Realität bedeutet nicht, alles gutzuheißen, was in dieser Realität geschieht. Im Gegenteil; wer sich der Wirklichkeit zuwendet, muss auch bereit sein hinzusehen, wenn sie unbequem wird.

Ich kann meditieren und widersprechen. Ich kann Mitgefühl kultivieren und klare Grenzen ziehen. Ich kann mich mit Bewusstsein, Yoga und Spiritualität beschäftigen und gleichzeitig sehr genau wissen, welche gesellschaftlichen Entwicklungen ich nicht schweigend hinnehme.

Und wenn du jetzt denkst: Was kann ich überhaupt tun, wenn ich gar nicht in Sachsen-Anhalt lebe?

Genau dazu findest du heute in meiner Story konkrete Möglichkeiten und direkte Links; ich speichere sie anschließend in meinen Highlights.

Denn auch ohne dort wählen zu können, können wir Menschen und Initiativen unterstützen, die vor Ort für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft arbeiten, ihre Inhalte sichtbar machen und ihre Arbeit finanziell stärken.

Nicht alles liegt in unserer Hand. Aber das, was in unserer Hand liegt, können wir tun.
Genuss ist eine Form von Gegenwärtigkeit. Wie wunderschön!

Im Vijñāna Bhairava Tantra findet sich eine entzückende Einladung: Wenn Freude oder tiefe Zufriedenheit entsteht, bleibe mit deiner Aufmerksamkeit genau dort.

Wir sind geübt darin, einen schönen Augenblick kaum entstehen zu lassen, bevor wir gedanklich schon beim nächsten angekommen sind. Dabei kann gerade das Verweilen eine Praxis sein; der Geschmack des ersten Kaffees am Morgen, die Wärme der Tasse in den Händen oder das Gefühl, für einen Moment nirgendwo anders sein zu müssen.

Der Genuss braucht keine Steigerung (kein höher, schneller, weiter, toller). Etwas genießen zu können braucht unsere Anwesenheit.

Wenn wir nicht sofort weiterhasten, sondern einen Augenblick bei der Erfahrung selbst bleiben, verändert sich etwas im direkten Erleben. Aus einem flüchtigen angenehmen Moment wird eine bewusste Begegnung mit dem Leben.

So darf ein Sonntagmorgen einfach sein; Kaffee, Frühstück und die kleine große Kunst, wirklich da zu sein.
Das Leben, ein Fest.
Shakti klingt erst einmal nach einem ziemlich großen philosophischen Begriff. Dabei begegnet sie uns den ganzen Tag.

Du sitzt morgens mit einer Tasse Kaffee da und plötzlich entsteht ein Gedanke. Du bekommst Lust, etwas zu schreiben, stehst auf und setzt ihn um. Dein Körper bewegt sich, aus einer Idee werden Worte und aus Worten entsteht etwas, das vorher noch nicht da war.

Auch das ist Shakti.

Sie zeigt sich nicht nur in den großen, wilden, kraftvollen Momenten unseres Lebens. Sie ist auch das leise Entstehen eines Impulses, eine Empfindung im Körper, Kreativität, Sprache, Bewegung, Veränderung.

Ich mag diesen Gedanken sehr, weil Spiritualität dadurch nichts wird, das irgendwo außerhalb unseres gewöhnlichen Lebens stattfindet. Wir müssen Shakti nicht erst herbeirufen oder einen besonders spirituellen Zustand herstellen, um ihr zu begegnen.

Wir können anfangen, sie wahrzunehmen.

In dem, was sich gerade bewegt. In dem, was entsteht. Und manchmal auch in dem, was seine bisherige Form verliert.

Shakti ist längst da.

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Kathiaus Wildau

Ich bin unendlich dankbar für die wertvolle Erfahrung und freu mich auf unendlich viele gemeinsame Yoga-Stunden, die ich nie mehr missen möchte.

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